Aus dem Nest(lé) geworfen

„Mensch vor Marge“

Protest von Nestlé- und Unilever-Beschäftigten

Foto: NGG

„Mensch vor Marge“: Unter diesem Motto haben Beschäftigte des Konzerns – im Schulterschluss mit Kolleginnen und Kollegen von Unilever – gegen Standortschließungen und immer höhere Rendite-Ziele demonstriert. Mit ihrer sauer-salzigen Aktion auf dem Gewerkschaftstag ernteten die Protestierenden starken Applaus. Denn sauer wie eine Zitrone sind nicht nur sie über den Profitkurs von Nestlé & Co. Und wenn´s – wie bei zu viel Maggi-Gemüsebrühe in der Suppe – zu salzig ist, dann schmeckt´s auch nicht. „People before profit“, hieß es am Tag 4 des Gewerkschaftstages. Denn weltweit sind Beschäftigte betroffen.

Hintergrund: Nestlé hat seine Rendite-Erwartung zuletzt von 16 auf 18,5 Prozent hochgeschraubt. Bei den  Kernmarken Maggi und Caro-Kaffee sollen bis zu 1.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das Caro-Werk in Ludwigsburg dürfte noch in diesem Jahr geschlossen werden. Auch Unilever hat sein Gewinnziel auf 20 Prozent erhöht – und setzt damit Jobs und Werke massiv unter Druck.

Der Mensch muss vor der Marge stehen. Wir lassen uns nicht auspressen“, sagte der Nestlé-Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Andreas Zorn.  Hermann Soggeberg, Vorsitzende des Unilever-Konzernbetriebsrats, stellte klar: „Unilever hat sechs Milliarden Euro Gewinn gemacht. Die wissen gar nicht, wohin mit dem Geld. Gebt es lieber den Beschäftigten!“ Hinter guten Nahrungsmitteln müssten fair bezahlte und sichere Arbeitsplätze stecken, so die beiden Betriebsräte. Die Branche riskiere mit einem reinen Gewinn-Fokus am Ende auch die Qualität der Produkte. NGG-Vorsitzender Guido Zeitler sagte der Presse: „Mit Nahrungsmitteln spekuliert man nicht. Und auch nicht mit den Arbeitsplätzen der Menschen, die sie produzieren.“