Großer Presse-Andrang

Volles Haus beim Pressegespräch

Exklusive Zahlen zum Zoll vorgelegt

Foto: NGG

Mancher Reporter sitzt schon seit Montag im Plenum, um Wahlen, Anträge und Debatten bei der NGG zu verfolgen. Das zentrale Event für die Journalisten war jedoch das Pressegespräch am Mittwoch. MDR Fernsehen, Deutsche Presse-Agentur, FAZ, Leipziger Volkszeitung, Lokalradios … – das Haus war voll.

Wie stellt sich die NGG für die nächsten fünf Jahre auf? Wie lassen sich Tarifverträge stärken? Wohin steuern das Gast- und Ernährungsgewerbe? Antworten darauf gab es von Guido Zeitler, Claudia Tiedge und Freddy Adjan – die sich der Presse erstmals als neue NGG-Führungsriege präsentierten.

Schwerpunkt des Pressegesprächs war die Arbeit des Zolls.  2.200 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne leitete die Finanzkontrolle Schwarzarbeit im ersten Halbjahr 2018 ein – acht Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das zeigt eine Auswertung der Bundesregierung für die Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke (Grüne). Jeder fünfte Verstoß betraf das Hotel- und Gaststättengewerbe (plus 23 Prozent). Insgesamt kontrollierten die Zöllner 24.500 Unternehmen, zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

„Die Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn in den seltensten Fällen werden die Tricksereien bei Arbeitszeiten und Lohnabrechnungen auch aufgedeckt“, kritisierte Guido Zeitler. Die NGG fordert eine deutliche Aufstockung des Zollpersonals, um Missstände stärker zu bekämpfen. Gerade in Ostdeutschland, in denen der Niedriglohnsektor und damit die Zahl von Mindestlohn-Beschäftigten besonders groß seien, müsse der Zoll stärker kontrollieren, so Zeitler gegenüber den Journalisten.