Internationales Forum

Auf allen Ebenen zusammenarbeiten

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Sue Longley, Generalsekretärin IUL Foto: NGG

Mit einem politisch hochaktuellen Blick über den Tellerrand ging der Gewerkschaftstag am heutigen Freitag in die letzte Runde. Moderator Harald Wiedenhofer (EFFAT, der europäischen Dachorganisation der Landwirtschafts-, Nahrungsmittel- und Tourismusgewerkschaften) konnte sich über einen spannenden Austausch mit seinen internationalen Gästen freuen. Zu Beginn des Diskussionsforums zum Thema „Stärkung der Internationalität – für ein starkes Europa“ benannte Sue Longley (Internationale Gewerkschaftsföderation, IUL) kurz die wichtigsten Schwerpunkte ihrer aktuellen Arbeit. „Die Jungen sind nicht nur unsere Zukunft, sondern auch unsere Gegenwart“, gab sie dem Plenum zu bedenken. Gleichzeitig müssen die weltweiten Themen wie die Stärkung der Frauenrechte und der Kampf gegen sexuelle Diskriminierung gemeinsam und solidarisch angegangen werden. „#metoo ist wirklich auch ein gewerkschaftliches Thema!“, so Longley. Zudem berichtete die Britin von Rahmenvereinbarungen, die mit multinationalen Konzernen abgeschlossen werden konnten, um gewerkschaftliche Rechte nicht nur festzuschreiben, sondern auch durchsetzen zu können.

Neue Tarifverträge wichtig

Kristjan Bragasson vom Zusammenschluss der Skandinavischen Schwestergewerkschaften (NUHRCT) brachte wertvolle Erfahrungen zum Thema grenzübergreifende Gewerkschaftsarbeit aus dem Norden mit: „Unsere starke Zusammenarbeit hält die jeweiligen nationalen Standards hoch. Da haben die skandinavischen Länder eine gute Tradition.“ Bragasson empfahl, - auch in Richtung NGG - sich dem Thema „Social Labeling“ anzunehmen. Dahinter verbirgt sich die Strategie, nur Hotels und Restaurant zu nutzen, die einer Tarifbindung zu unterliegen. Junge Beschäftigte in der Hotellerie und Gastronomie spreche die NUHRCT gezielt an der Basis, in den Berufsschule und mit Aktionen an. Wichtigstes Argument allerding seien neue Tarifverträge!

Widerstand gegen Rechte

Der Italiener Pietro Ruffolo (CGIL FLAI), berichtete von seinen akuten Befürchtungen über den Einzug eines neuen Faschismus in Italien: „Diese Regierung lehrt uns das Fürchten. Wir müssen aktiv Widerstand leisten“, sagte er und rief zu internationaler Solidarität auf. Von ausbeuterischen Verhältnissen wie sie hierzulande in der Fleischindustrie herrschen, berichtete Ruffolo aus Apulien. Dort arbeiten osteuropäische Wanderarbeiter für Niedriglöhne.

Aus den USA brachte Nicholas Allen (SEIU) den Impuls, es mit den großen der Food-Branche aufzunehmen. Allen berichtete über eine landesweite Streikbewegung, die 15 $ Lohn sowie das Recht, eine Gewerkschaft zu gründen, fordert. Um es mit Konzernen wie McDonalds aufzunehmen, sei es notwendig, die Unterstützung aller Beschäftigten weltweit zu bekommen. Abschließend trat der spanische Kollege Juan Carlos Asenjo ans Pult, um von dem fünf Jahre währenden Kampf gegen Coca-Cola European Partners zu berichten. In seiner emotionalen Rede danke er den Kolleginnen und Kollegen der NGG für ihre Solidarität. „Gewerkschaften müssen auf alle Ebenen und über Grenzen hinweg zusammenarbeiten“, forderte Sue Longley abschließend. Das sei das Zukunftsmodell, nur so könne man den multinationalen Konzernen erfolgreich gegenüberstehen.